Wissenswertes zur Akupunktur

Die Akupunktur in der Tiermedizin gilt als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und blickt bereits auf über 3.000 Jahre Erfahrung zurück. Im alten China war es üblich, dass ein Arzt hohes Ansehen genoss, wenn er eine große Anzahl Patienten betreute, die durch sein präventives, ganzheitliches Behandeln des Organismus erst gar nicht krank wurden. In diesem Sinne soll auch heute die traditionelle chinesische Medizin verstanden werden, zu der die Akupunktur gehört.

Wie funktioniert Akupunktur?

Nach chinesischer Auffassung fließt Lebensenergie in Energiebahnen durch den Körper. Diese Energiebahnen werden Meridiane genannt. Wird der Fluss der Lebensenergie unterbrochen, entstehen Störungen, die zu Krankheiten führen können. Auf den Meridianbahnen befinden sich jedoch Punkte, über die gestörte Energieflüsse beeinflusst werden können: die Akupunkturpunkte. Durch den Einsatz von Nadelstichen oder anderen Akupunktur-Methoden an den betroffenen Punkten können Energiestaus wieder gelöst werden.


Meridianbahnen beim Pferd

Wann wird Akupunktur eingesetzt?

Die Akupunktur bei Pferden wird als sehr effektive und erfolgreiche Therapie bei einer Vielzahl von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats oder der Organe (z.B. Krämpfe, Verspannungen, Schmerzen) eingesetzt.

Beispielliste zur Akupunktur-Therapie bei Pferden

  • vorbeugende Behandlung bei noch nicht offensichtlich erkennbaren Störungen
  • Turnier- und Prüfungsvorbereitung
  • Leistungsabfall
  • unterschiedliche Lahmheitsformen
  • steife, eingeschränkte Bewegung
  • schlechte Kopf-, Hals- und Schweifhaltung
  • Widersetzlichkeit
  • Taktfehler
  • Kopf- und Schweifschlagen
  • Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme
  • Muskelprobleme
  • Verstauchungen, Verrenkungen
  • Entzündungen der Kopf- und Nasenhöhlen
  • Headshaking
  • Probleme mit dem peripheren Nervensystem
  • Vegetative Nervenstörungen
  • Verschiedene Organstörungen (Atemwege, Herz- Kreislauf, Verdauung, Niere)
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Lymphstau
  • Durchblutungsstörungen
  • Narben
  • Gewebsverklebungen
  • Gestörtes Immunsystem

Fazit

Die Akupunktur und die Osteopathie erlauben Eingriffe in körperliche Störungen, die noch regulierbar sind. Außerdem ist es mit ihrer Hilfe möglich, eine effektive Schmerztherapie bei Pferden durchzuführen. Zerstörte Strukturen können damit jedoch nicht wieder geheilt werden. Selbstverständlich können auch andere Tiere (wie z.B. Hunde oder Katzen) mithilfe von Akupunktur und Osteopathie behandelt werden.

Des Weiteren sind die Akupunktur und Osteopathie sowohl mit vielen schulmedizinischen als auch mit anderen naturheilkundlichen Verfahren problemlos kombinierbar. Weil sich beide Therapieverfahren in hervorragender Weise ergänzen, wird ein kombinierter Einsatz von entsprechend ausgebildeten Therapeuten bevorzugt.